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Weshalb schneiden wir Bäume?

Wegen:

  • der Unfallgefahren (Abbrechende Äste, Verdecken der Sicht, Umstürzen fauler Bäume, Schnee- und Windbruch)
  • des Eigennutzens (weniger Schattenwurf, bessere Aussicht, bessere Ansicht der Architektur, bessere Erntemöglichkeiten)
  • der Ästhetik (Erhalten des natürlichen Habituses, Schatten-Sonnenspiel)
  • der Gesundheit, des Auskahlens des inneren Kronenraums (Licht gleich Leben).

 


Der Sommerschnitt

Am besten schneidet man grosse, ältere Bäume während des Sommers!

Vorteile des Sommerschnittes:

  • Im Sommer ist der Baum an der Bildung von neuen Reservestoffen und schlägt daher nach dem Eingriff schwächer aus. Der Raum- und Lichtgewinn wird so länger erhalten.
  • Bauminterne Abwehrmechanismen verhindern das Eindringen von Fäulniserregern.(Pilze und Bakterien)
  • Der austretende Saft ist Närboden und Infektionsherd für Schadorganismen. Da der Baum in den Sommermonaten nur schwach blutet wird eine Infektion minimiert und
    die Schnittstelle schliesst sich schnell.
  • Bei nur kleinen  Eingriffen erreichen wir optimale Ergebnisse. Z.B. der neue Lichtgewinn wird sofort bemerkt.

Ausnahmen:

  • Koniferen (Nadelgehölze) haben im Sommer einen starken Harzfluss. Dies führt zur Verschmutzung der Umgebung. Die Werkzeuge und Kleider der ausführenden Personen werden stark verklebt.

Achtung:

  • Pflanzen ab Ende August nicht mehr schneiden. Der Neutrieb kann nicht mehr ausreifen und kann  im Winter zurückfrieren.
    In der Ruhephase im Spätherbst ist es wieder möglich.
  • Wegen des Brutgeschäfts unserer Vögel bis spätestens Ende Juli zuwarten.
  • Im Sommer nicht mehr als 1/4 der Astmasse entfernen.

 


Der Winterschnitt

Vorteile des Winterschnittes:

  • Im Winter kann bis 1/3 der Astmasse entfernt werden.
  • Zeitaspekt (Gärtner und Landwirte haben im Winter mehr Zeit).
  • Nadelbäume harzen viel weniger, sind aber trotzdem in der Lage sich gegen eindringende Schadorganismen zu wehren.

 

Nachteile des Winterschnittes:

  • Die im letzten Jahr gebildeten Assimilate führen nach dem Schnitt im Winter zu einer starken Reaktion. Schlafende Augen und Triebe schlagen verstärkt aus. die von uns (z.B. gewünschte Reduktion des Kronenvolumens) wird durch den starken Austrieb des Baumes rasch plafoniert. Es drängen sich bald wieder neue Schnittmassnahmen auf.
  • Der Baum ist schlechter gegen eindringende Krankheitskeime geschützt.

 


Wie schneiden?

Wenn immer möglich Bäume nicht zu stark zurückschneiden. (Erzeugt im Folgejahr starken Austrieb, Bäume müssen vermehrt geschnitten werden was für die Gesundheit des Baumes und für den Geldbeutel abträglich ist.)

  • Kein Kappschnitt (Niemals Äste bis zur Kronenbasis einkürzen also kappen)
  • Überkreuzende Äste entfernen
  • Parallel wachsende Äste entfernen
  • scheuernde Äste wegschneiden
  • Baumkrone auslichten
  • Wundversorgung

 

 

 


 Hohe Bäume:

 

 

 Akazie vor dem Auslichtungsschnitt

Akazie nach dem Schnitt

Ahorn vor dem Schnitt Ahorn nach dem Schnitt
Birke vor dem Schnitt Birke nach dem Schnitt

  


Alleebäume:

Alleebäume - linker Baum geschnitten - rechter Baum noch ungeschnitten

Alleebäume nach dem Schnitt

Der Baum links im Bild ist geschnitten
Der Baum rechts noch ungeschnitten
In diesem Bild sind beide Bäume
geschnitten

 


 Wie nicht:

  • keine grosse Wunden erzeugen
  • keine Äste aus, ein - bzw abreissen lassen
  • keinen Kappschnitt ausführen

 

Schaden an einem Baum nach einem Kappschnitt

Nach einem falschen Schnitt an einem Baum sammelt sich Wasser im Astloch.

Faulstelle durch Wasser nach einem
Kappschnitt
Schaden nach einem Schnitt
durch Wasser im Astloch

 


Ausnahmen:

Bei den Obstbäumen (Hochstämmen ) steht die Sicherheit vor der Ästethik. Der Pflücker muss ohne Akrobatik und gebogene Eisenhacken den Obstbaum leer pflücken können.

Alter Apfelbaum vor dem Schnitt

Alter Apfelbaum nach dem Schnitt

Für einen guten Ertrag ist es wichtig, dass die Krone genügend Licht an die unteren und inneren  Astpartien lässt. Dies können wir mit den geeigneten Schnittmassnahmen steuern.